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Schöner Norden

Dänisch-schwedisches Wochenende in Helsingør und Helsingborg



Einst war die Öresundregion um Helsingør und Helsingborg Schauplatz des Bruderkriegs zwischen Dänen und Schweden. Heute ist die Stadt am jeweils anderen Ufer das beliebteste Ausflugsziel der Anwohner beider Länder. Alle zehn Minuten kreuzen Fähren die Meerenge. Der rege Austausch sorgt dafür, dass sowohl Helsingør als auch Helsingborg in den letzten Jahren an Lebendigkeit und Anziehungskraft gewonnen haben. Neue kulturelle Veranstaltungen und innovative Stadtprojekte sprießen nur so aus dem Boden. An nur einem Wochenende kann man in dieser Region das Beste beider Länder verbinden, Gemeinsamkeiten und landestypische Unterschiede entdecken. Welche Stadt man zuerst besucht, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Den shoppingfreien Sonntag haben wir bei dieser Reise nach Helsingborg verlegt – es gibt genug andere spannende Aktivitäten in und um die schöne Stadt.



Tag 1
Helsingør ist Dänemark pur: Die historische Altstadt mit ihren pastellbunten Fachwerkhäusern und von Stockrosen gesäumten, schmalen Kopftsteinpflaster-Gassen ist eine der am besten erhaltenen des Landes. Stengade, Stjernegade und Bjergegade bilden die Fußgängerzone mit vielen interessanten Shops rund um Einrichtungsdesign, Handwerk, Mode und Delikatessen. Auf dem gemütlichen Axeltorv trifft man sich in Cafés und Restaurants zum Plausch. Hier findet sich immer ein nettes Plätzchen für die Stärkung nach dem Spaziergang. Man kann die Mittagspause allerdings auch sehr, sehr typisch in Møllers Konditori in der Stengade verbringen: Dänemarks älteste Konditorei serviert neben Backwerk das klassische, dänische Smørrebrød. Das nach Meinung vieler beste Eis in selbstgebackenen Waffeln – das Rezept stammt von 1922 – gibt es in der Brostræde bei Brostræde Is.
Nachmittags wartet das Wahrzeichen von Helsingør, das Schloss Kronborg. Die mittelalterliche Festung mit Renaissanceschloss gehört zum UNESCO Welterbe. Bekannt ist das Kastell aber vor allem als Schauplatz von Shakespeares Drama Hamlet. Den Geist der Geschichte verspürt man besonders bei einem Gang durch die dunklen Kasematten unterhalb des Schlosses. Rund um Kronborg hält hingegen die Moderne Einzug: Hier entsteht zur Zeit ein neues Kulturgebiet am Hafen.
Hotels sind in Schweden um einiges günstiger als in Dänemark, daher empfiehlt sich die Übernachtung im nur 4 Kilometer Luftlinie entfernten Helsingborg. Die Fähre setzt in gerade einmal 20 Minuten über. Nach dem Einchecken im Hotel – Scandlines bietet günstige Übernachtungen in Verbindung mit der Ticketbuchung – geht es zum Abendessen noch einmal ans Meer. Im neuen Hafenviertel Norra Hamnen reihen sich zahlreiche Restaurants aneinander wie etwa das Persson´s mit Terrasse und Panoramafenstern. Einen schöneren Blick über den Öresund und die schicken Segelboote vor Anker gibt es in Helsingborg nicht.



Tag 2
Seit fast 700 Jahren wacht der Festungsturm Kärnan über die Stadt Helsingborg. Zum Auftakt des Stadtrundgangs sollte man vom zentralen Stortorget aus die steinerne Treppe zum Platz unterhalb des Turms hinauf steigen. Bereits von hier aus bietet sich eine weite Aussicht über die Stadt und den Sund. Man sieht in der Ferne die Fähren kreuzen und sogar das Schloss Kronborg in Helsingør. Schwindelfreie können dann noch den 34 Meter hohen Kärnan erklimmen.
Zurück auf Meeresniveau erstreckt sich links und rechts vom Rathausplatz Stortorget die älteste Fußgängerzone des Landes. Wochentags laden die Straßen zum Shoppen ein, aber auch an Sonn- und Feiertagen stößt man bei einem Spaziergang auf viele schöne Plätze und Ecken, gut erhaltene Fachwerkhäuser und anheimelnde Cafés. Nächster Stopp sollte unbedingt das Dunkers kulturhus im neuen Hafenstadtteil Norra Hamnen sein. Das direkt am Wasser liegende, imposante Gebäude wurde von dem berühmten dänischen Architekten Kim Utzon entworfen und dient als Veranstaltungsort für Kunstausstellungen, Konzerte, Theater und vieles mehr. Im Museumsshop lässt sich zudem das ein oder andere ungewöhnliche Stück schwedischen Designs erstehen. Wer von so vielen Eindrücken und Kultur hungrig geworden ist, findet nebenan mit Dunkers matsalar ein Restaurant mit tollem Blick übers Meer.
Auch die nächste Reisestation, das Schloss Sofiero, ist etwas fürs Auge. Das nördlich der Stadt gelegene Anwesen von 1864 umgibt einer der schönsten Schlossgärten im ganzen Norden. 1907 pflanzte König Gustav VI. Adolf auf seinem Sommerschloss den ersten Rhododendronbusch, heute gedeihen und blühen hier rund 10.000 davon. Ein Kleinod und Ausflugsziel für den Nachmittag ist die Wallåkra Stenkärlsfabrik. Seit 1864 steht die Keramikfabrik im heutigen Naturreservat Rååns Dalgång. Hier fertigt die preisgekrönte Keramikerin Åsa Orrmell traditionelles Töpferhandwerk wie vor 140 Jahren. Im exzellenten Restaurant neben der Fabrik sollte man mindestens auf einen Kaffee reinschauen: Der Glasboden des ehemaligen Lagerhauses gibt den Blick auf den direkt darunter sprudelnden Bach frei.

Links

www.visithelsingor.dk
www.restaurangperssons.se
www.helsingborg.se
www.wallakra.com
www.sofiero.helsingborg.se

Tipps

Über Dänemark: Das Schweden-Ticket kombiniert die Dänemark-Linien Puttgarden-Rødby oder Rostock-Gedser mit der Route Helsingør-Helsingborg
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