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Schöner Norden

Kopenhagen: Scandinavian Shopping bis zum Umfallen



Kopenhagen ist kleinstädtisch-gemütlich, modern und weltoffen zugleich – eine äußerst charmante Mischung aus Tradition und Trends, die in Design und Mode immer wieder echte Klassiker hervorbringt. Viele schöne Dinge aus Dänemark kann man zwar inzwischen auf der ganzen Welt erstehen, eine solch breite Auswahl wie in Kopenhagen selbst wird einem allerdings nirgendwo anders geboten. Zudem kann man hier neben den international bekannten Marken noch viel Unentdecktes fernab des Mainstream aufstöbern.



Tag 1
Die beliebteste Einkaufsstraße Kopenhagens wird im Volksmund Strøget genannt, seit den 60er Jahren ist sie autofrei. Das Angebot auf der Meile reicht von Souvenirs und Kitsch bis hin zu ausgefallenem Design und Nobelmarken. Der schmucke Amagertorv ist so etwas wie der Mittelpunkt des Strøget: Hier trafen sich einst die Bauern zum Markt, heute findet man die Ikonen des dänischen Designs Seite an Seite – die Silberschmiede Georg Jensen, das Design-Warenhaus Illums Bolighus und die Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen erstrecken sich  gleich über mehrere Etagen. Speziell Illums Bolighus versammelt in seinem Verkaufspalast alles, was im dänischen Design Rang und Namen hat. Im schicken Teil des Strøget vom Amagertorv über die Østergade bis zum Kongens Nytorv residiert auch das Who is Who der dänischen und internationalen Modewelt. In der Østergade 10 offeriert zudem das 1944 in Kopenhagen gegründete Unternehmen Bodum Küchen- und Badezubehör auf vier Stockwerken. In den Seitenstraßen und Gassen wie Ny Østergade, Grønnegade, Ny Adelgade und Kronprinsensgade lassen sich viele individuelle Boutiquen finden.
Neugierige können beim Lunch im Royal Café von Royal Copenhagen am Amagertorv eine neue Erfahrung machen: Hier sollte man Smushi probieren, eine leckere Kombination aus Sushi und dem traditionellen dänischen Smørrebrød. Das Interieur bildet mit rosa getünchten Wänden, Birkenblattdekor an der Decke, königlichen Portraits und Designermöbeln einen spannenden Stilmix. Ein einladendes Plätzchen für ein Mittagessen ist auch der ein paar Ecken weiter gelegene Gråbrødretorv. Rund um eine große Plantane liegen zahlreiche, immer gut besuchte Restaurants in pastellfarbenen Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts.
Nach dem Essen ist es Zeit, einen ganz anderen Stadtteil von Kopenhagen zu entdecken. Zu Fuß erreicht man in etwa einer halben Stunde Vesterbro, ein Stadtviertel, das sich vom Arbeiterstadtteil und Problemkind der 90er Jahre zu einem szenigen In-Viertel gemausert hat. Besonders in der Isted- und Vesterbrogade reihen sich zahlreiche kleine Second–Hand-Läden und Fashion-Boutiquen mit ausgefallenen Kreationen noch wenig bekannter Designer aneinander. Eine gute Adresse für individuelles Kunsthandwerk und kreative Dinge ist DesignerZoo, ein Forum vor allem für die junge Garde der Kopenhagener Künstler.
Kopenhagen wimmelt nur so von exzellenten Restaurants und wer zu Fuß gehen möchte, findet für das Abendessen immer etwas in Hotelnähe. An dieser Stelle sei daher nur ein Tipp genannt: Der Bjørnekælderen, das älteste Restaurant im Stadtteil Frederiksberg, serviert leckere dänisch-französisch-italienische Cross-Over-Gerichte in sehr stimmungsvollen Räumlichkeiten.



Tag 2
Ein Morgenspaziergang führt entlang des 300 Meter langen Stichkanals Nyhavn, mit seinen farbenfrohen Häusern zu beiden Seiten des Wassers eines der beliebtesten Fotomotive Kopenhagens. Im 17. Jahrhundert hoben Soldaten den Kanal aus, damit Handelsschiffe direkt ins Zentrum segeln konnten. Damals war Nyhavn das Rotlichtviertel mit Spelunken und Bordellen für Seemänner, heute sind vor allem die Restaurants und Cafés auf der Sonnenseite des Kanals eine Art Freilichtbühne für Kopenhagener und Touristen. An der Kvæsthusbroen um die Ecke öffnet sich der Blick auf das neue Schauspielhaus, das mit seiner über das Wasser ragenden Glasfassade ein wenig an einen großen Oceanliner erinnern soll. Architektonisch mindestens ebenso beeindruckend ist die Kopenhagener Oper von Henning Larsen am Hafenufer gegenüber. Jetzt noch ein paar Schritte entlang des Kvæsthusgraven, einmal links, und man steht vor Schloss Amalienborg. Die vier Rokoko-Palais aus dem 18. Jahrhundert sind der Hauptwohnsitz der dänischen Königsfamilie. Königin Margrethe II. und Prinz Henrik sowie Kronprinz Frederik und seiner Familie dient jeweils ein Palais als Residenz. Ist die Königin zu Hause, weht die dänische Fahne über dem Gebäude. Eindrucksvoll ist die Zeremonie der großen Wachablösung um 12 Uhr auf dem Schlossplatz.
Von Amalienborg erreicht man in nur fünf Minuten Fußweg das Kunstindustrimuseet (Danish Museum of Art & Design) in der Bredgade. In dem ehemaligen Stadtkrankenhaus werden u.a. königliches Porzellan, Silberwaren und Textilien vom Mittelalter bis zur Gegenwart ausgestellt. Am spannendsten ist jedoch die permanente Ausstellung zur Geschichte des dänischen Kunsthandwerks und Designs im 20. Jahrhundert. Die Entwicklungen und Trends kann man hier beispielsweise an dem bei Designern so beliebten Stuhl verfolgen: Das Museum verfügt über so ziemlich alle Originalklassiker von Arne Jacobsens Ameisenstuhl bis zum Panton-Chair.
Zum Mittagessen geht es zu Kopenhagens Smørrebrødkönigin. Dazu umrundet man einmal die Frederikskirche, auch Marmorkirche genannt, und läuft weiter bis zur Store Kongensgade 70: Im Restaurant Ida Davidsen werden in vierter Generation die aufwendigsten Brot-mit-Belag-Kreationen gezaubert.
Mit vollem Magen tut es im Anschluss gut, die Beine ein wenig auszuruhen und sich nur aufs Schauen zu verlegen. Kopenhagens beliebte Kanal- und Hafen-Rundfahrten starten von den Anlegern am Nyhavn und Holmens Kanal. Sie geben einen wunderbaren Gesamteindruck vom Charakter der Wasserstadt Kopenhagen, wie man ihn in dieser Form zu Fuß oder auf einer Bustour niemals bekommen könnte.

Links

www.illumsbolighus.dk
www.dzoo.dk
www.danhostel.dk/copenhagencity
www.radisonblu.com
www.bjornekaelderen.dk
www.kunstindustrimuseet.dk
www.idadavidsen.dk