Left navigation


Schöner Norden

Kullaberg-Halbinsel: Naturschauspiele, Badetradition und Töpferkunst



3 Sterne vergibt der Guide Michelin für das Reiseziel Kullaberg im Südwesten der Provinz Skåne. Der auf einer Halbinsel gelegene Nationalpark sticht buchstäblich aus der sonst zumeist ebenen Landschaft Südschwedens hervor: Der Håkull, Überrest eines Urgebirges, ragt 187 Meter hoch aus dem Meer. Laub- und Nadelwald, Heide, Moor und Weiden bedecken den Bergrücken, durchkreuzt von zahlreichen Wanderwegen mit immer wieder überraschenden Ausblicken. Die Schönheit der Kullaberg-Halbinsel wussten Einheimische ebenso wie Besucher aus dem Ausland schon früh zu schätzen. Als erstes schwedisches Seebad, in dem Damen und Herren gemeinsam baden durften, zog das am Eingang des heutigen Nationalparks gelegene Örtchen Mölle Erholungssuchende des deutschen Kaiserreichs in Scharen an. Aber nicht nur das Baden und Kuren hat auf der Halbinsel eine lange Tradition. Die Gegend rund um das Städtchen Höganäs ist bekannt für ihr kunstvolles Töpferhandwerk – seit mehr als hundert Jahren schon hat man sich hier der Keramik verschrieben. Wen wundert es da, dass Krüge, Tassen und Teller die beliebtesten Mitbringsel aus dieser Urlaubsregion sind.



Tag 1
Wer die Kullaberg-Halbinsel anfährt, kommt zunächst nach Höganäs. Der größte Ort der Peninsula ist so etwas wie die schwedische Hauptstadt des Lehms. Bereits 1909 wurde hier das Keramik-Unternehmen Höganäs gegründet. Bis heute kennt in Schweden jeder den charakteristischen Höganäskrus, ein Krug mit zwei Henkeln, der sich auch im Firmenlogo wieder findet. Um ein Gefühl für die lange Tradition des Handwerks und dessen Bedeutung für die Region zu bekommen, empfiehlt sich als erstes ein Besuch im Höganäs Museum. Die Dauerausstellung präsentiert keramische (Gebrauchs)kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Im Anschluss geht es zum Shoppen direkt ins Hier und Jetzt: In der Fabriksbutiken, dem Factory-Outlet der Iittala-Gruppe, kann man das Höganäs-Sortiment der 2. Wahl und Produkte anderer bekannter Marken erstehen. Wem dann der Sinn nach einem leichten Mittagessen fernab von jeder Hektik steht, begibt sich am besten weiter hinein in das Naturschutzgebiet: Im kleinen Fischerort Skäret befindet sich eines der beliebtesten Cafés Schwedens - das Flickorna Lundgren. Ende der 30er Jahre von vier der insgesamt sieben Schwestern Lundgren gegründet, ist es heute immer noch im Familienbesitz. Im Reet gedeckten Fachwerkhaus mit Garten oder im Gewächshaus genießt man typisch schwedisches Backwerk oder kleine Snacks. Nur einen Steinwurf entfernt liegt das alte Fischerdorf Arild. Einstmals auch Künstlerkolonie und Heimat schwedischer und dänischer Maler ist der Ort zwar weniger bekannt als die große Schwester Mölle, aber beinahe noch pittoresker. Der Nachmittag sollte für einen ausgedehnten Spaziergang durch die Gassen reserviert sein, den man bei gutem Wetter mit einem Bad im Meer abschließen kann. Wer die verschlängelten Wege wieder ins Dorf hinauf erklimmt, sieht schon bald ein weißgetünchtes Holzhaus mit Glasveranda: Das Strand Hotel Arild ist ein Tipp für Abendessen und Übernachtung. Die Zimmer des familiären, kleinen Hotels sind traditionell schwedisch eingerichtet und haben fast alle Terrasse oder Balkon mit Meerblick. Die Küche serviert Spezialitäten aus Skåne mit südeuropäischem Einschlag.

 

Tag 2
Der zweite Tag beginnt mit dem Besuch eines der ältesten und mächtigsten Adelssitze in Skåne. Das mittelalterliche Schloss Krapperup ist umgeben von einer schönen Parkanlage mit Bächen, verschlungenen Wegen und exotischen Bäumen. Besonders charakteristisch ist die dem Park zugewandte Seite des Adelssitzes: Weiße Sterne aus Kreidestein, das Familienwappen der Gyllenstiernas, zieren die Backsteinfassade. Vom Sitz der Adeligen geht es im Anschluss in den Kurort der Kaiser und Betuchten: Das Seebad Mölle am Eingang zum Nationalpark Kullaberg ist ein Flecken mit weit zurück reichender Urlaubstradition. Hier ließ sich schon Kaiser Wilhelm II. die Meeresbrise um die Nase wehen. Im Jahre 1910 richtete man sogar einen Direktzug ab Berlin ein. Angezogen wurden die Gäste nicht nur von der schönen Natur, sondern vor allem auch von der Aussicht auf ein für damalige Verhältnisse skandalöses Gemeinschaftsbad für Herren und Damen. Heutzutage ist dies natürlich nichts Besonderes mehr und so erfreut man sich als Spaziergänger in Mölle mehr an der Bäderarchitektur des Ortes und dem Blick auf den Bergrücken Håkull. Eine der beliebtesten Badestellen sollte man aber auf keinen Fall verpassen: Die Bucht Ransvik im Gebiet des Nationalparks ist über einen Spazierweg oder alternativ mit dem Auto zu erreichen. Hier hält das sympathische Besitzerehepaar von Ellens Café auf einer Terrasse direkt am Meer oder im schwedentypischen Holzhaus mit Kamin liebevoll zubereitetes Essen bereit. Die Wände des Speiseraums schmücken alte Schwarz-Weiß-Fotos der früheren Badegäste. Wer mehr darüber erfahren möchte – die netten Caféinhaber berichten gerne und anschaulich von der alten Zeit. Nach dem Mittagessen sei ein Abstecher zum Leuchtturm von Kullaberg empfohlen. Er steht an der höchsten Spitze des Håkull und besitzt die stärkste Leuchtkraft in Skandinavien. Das Naturum nebenan versorgt den Besucher mit allen Informationen zu Flora und Fauna des Nationalparks. Für den Nachmittag sollte man eine ausgedehnte Wanderung einplanen, um die Natur auf eigene Faust zu erkunden. Den Nationalpark durchziehen verschiedene Wanderwege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Die vielleicht größte Herausforderung ist der steile Abstieg zum Kunstwerk Nimis auf der Nordseite der Halbinsel. Die riesige Holzkonstruktion des Künstlers Lars Vilk steht seit über 20 Jahren widerrechtlich am Strand und ist wahrscheinlich gerade deshalb ein viel besuchtes Ausflugsziel.

<>

<> 

 

 

Links

www.fl-lundgren.se
www.fabriksbutiken.com
www.hoganasmuseum.se
www.strand-arild.se
www.hoganas.se
www.ransvik.se
www.krapperup.se        

Tipps

Anreise:
Über Dänemark: Das Schweden-Ticket kombiniert die Dänemark-Linien Puttgarden-Rødby oder Rostock-Gedser mit der Route Helsingør-Helsingborg.
Hier Fähre online buchen!