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Schöner Norden

Malmö – Schwedens Tor zum Kontinent

 Das Turning-Torso in Malmö

Kaum eine Stadt in Schweden hat wohl in den letzten Jahrzehnten einen größeren Wandel durchlebt als Malmö. Bis in die 90er Jahre noch eine Stadt der Arbeiter und der Schwerindustrie, gaben Projekte wie die Ansiedelung von Schwedens größter Hochschule, die Eröffnung der Öresundbrücke und der innovative Stadtteil Västra Hamnen der Stadt ein neues Gesicht. So verwundert es nicht, dass der Turning-Torso, ein um 90 Grad in sich gedrehtes Architektengebäude, längst den Werft-Kran als Wahrzeichen Malmös abgelöst hat. Trotz aller Neuerungen hat sich die 270.000-Einwohner-Stadt jedoch ihren gemütlichen Rhythmus bis heute bewahrt. Und es ist gerade diese spannende Mischung aus kleinstädtischer Beschaulichkeit, multikulturellen Einflüssen und moderner, weltoffener Lebensart, die heute viele Touristen anzieht. Es gibt mehr als genug zu entdecken für ein ganzes Wochenende! 

Lilla Torg in Malmö 

Tag 1
Malmös Innenstadt lässt sich problemlos zu Fuß erkunden. Das Kleinod der historischen Altstadt und vor allem im Sommer so etwas wie die Wohnstube der Malmöer ist der Lilla Torg. Den kleinen, mit Kopfstein gepflasterten Marktplatz säumen Restaurants und Cafés, auf deren Terrassen man dem Dolce Vita fröhnt. Nicht verpassen sollte man den Eingang zum Hedmanska Gården: Über den Innenhof des historischen Gebäudes gelangt man zum Form/Design Center für Formgebung und Architektur, Schwedens ältestem Designcenter. Neben Ausstellungsräumen befindet sich hier auch eine gut sortierte Boutique mit Mitbringseln für zu Hause. Hinter dem Lilla Torg liegt der Stadtteil Gamla Väster: In den stillen Gassen mit ihren bunt getünchten kleinen Häusern und Backsteingebäuden gibt es ausgefallene Läden und Galerien zu entdecken. Ebenfalls lohnenswert ist ein Abstecher über den Rathausplatz Stortorget mit der Statue von Gustav X. Adolf zur St. Petri Kirche, dem ältesten Gebäude der Stadt, bis zur Östergatan und St. Gertrud, einem sorgsam restaurierten Ensemble mittelalterlicher Handelshäuser.
Nach dem Stadtbummel ist es Zeit für einen kulinarischen Zwischenstopp. Mit dem Bus oder zu Fuß geht es in Richtung Möllevångstorget. Rund 200 Meter von dem regen Marktplatz entfernt, liegt die Malmö Chokladfabrik, wo seit 1888 Schokoladen und handgemachte Pralinen hergestellt werden. Die Produkte aus besten Kakaobohnen werden in der fabrikeigenen Boutique mit angeschlossenem Café angeboten. Zurück auf dem Möllevångstorget stehen für hungrige Mägen eine Vielzahl an Restaurants, Cafés und Delikatessenläden aller Herren Länder zur Auswahl. Malmös Einwohner stammen aus 164 verschiedenen Nationen und sprechen insgesamt 100 unterschiedliche Sprachen – nirgendwo zeigt sich dieser multikulturelle Mix anschaulicher als hier.
Nach dem Essen sollte man sich im Zentrum der Stadt einfach noch ein wenig Zeit für das Shopping nehmen: Neben bekannten schwedischen Marken lassen sich in den kleinen Läden auch ganz individuelle Fundstücke erstehen. Zwischendurch gönnen sich Genießer einen Kaffee aus frisch gerösteten Bohnen in der Lilla Kafferosteriet in der Baltzarsgatan. Für ein gelungenes Abendessen gibt es in der Gourmetstadt Malmö dann gleich eine ganze Palette an guten Adressen. Eine davon ist das Restaurant Brogatan. Hier wird man Malmös Auszeichnung als erste Fair Trade City Schwedens gerecht und kocht weitestgehend mit lokalen und ökologisch produzierten Rohwaren.

Malmö hat ein schönes Aussicht auf Öresund

Tag 2
Den unmittelbaren historischen Stadtkern von Malmö umgibt sehr viel Grün und auch das Meer ist fußläufig zu erreichen. Man sollte sich ruhig einen Tag Zeit nehmen, um auch diese Seite der Stadt kennen zu lernen. Den Auftakt der Tour macht das Wasser-Renaissanceschloss Malmöhus. Das Kastell mit seinen vier runden, dick ummauerten Kanonentürmen beherbergt heute eines der größten Kunstmuseen Schwedens mit einer umfassenden Sammlung nordischer Kunst. Das ebenfalls im Schloss befindliche Stadtmuseum präsentiert die wechselvolle dänisch-schwedische Geschichte Skånes. Gleich hinter dem Schloss liegt eine der grünen Lungen Malmös, der Slottsparken. Beim Flanieren durch die weitläufige, von Kanälen durchzogene Parkanlage stößt man auf das vielleicht schönste Café Malmös, das Trädgårdscafeet. Solange das Wetter es zulässt, sitzen Einheimische und Besucher an kleinen Holztischen zwischen Blumen und Sträuchern und lassen sich Kaffee, Kuchen und kleine Gerichte schmecken. Ein paar Schritte weiter wartet dann der Stadtteil Västra Hamnen mit einem überraschenden Kontrastprogramm auf: Hier wächst seit der großen Wohnmesse Bo01 ein architektonisch innovativer und umweltfreundlich geplanter Stadtteil direkt am Wasser. Mittendrin ragt der Turning Torso des spanischen Architekten Santiago Calatrava 190 Meter hoch in den Himmel – eines der meistfotografierten Motive Malmös. Dort, wo der Stadtteil auf das Meer trifft, säumen lange Holzbrücken die Strandkante. An schönen Tagen sind sie voller Menschen, die hier Picknick machen oder die Seele baumeln lassen. Mit Blick auf die Öresundbrücke und das nicht allzu ferne Kopenhagen stellt sich ein fast schon südländisches Lebensgefühl ein. Ein weiterer schöner Platz zum Verweilen ist der nebenan liegende Strand Ribersborg. Die paar Schritte bis dorthin sollte man sich mit einem leckeren, selbst gemachten Eis des Café Bar Italia an der Promenade versüßen. Der Stadtstrand von Malmö ist vielleicht nicht der weißeste Schwedens, aber zentraler geht es kaum. Hier wird gegrillt, gelesen, Volleyball gespielt und natürlich gebadet. Für Unerschrockene gibt es das weithin sichtbar ins Meer ragende Ribersborg Kaltbadehaus. Aber auch Wasserscheue machen gerne einen Abstecher, um sich im Café am Ende des Stegs mit Verpflegung für den Strandtag einzudecken.

Links

www.malmotown.com
www.formdesigncenter.com
www.malmochokladfabrik.se
www.brogatan.com

Tipps

Mit der MalmöCard erhält man zahlreiche Vergünstigungen und freie Leistungen in Museen, Shops, Restaurants etc. Scandlines-Gäste erhalten beim Kauf der MalmöCard für 1 oder 2 Tage einen Rabatt auf den Preis, wenn ein Fährticket vorgelegt wird.
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