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Schöner Norden

Møn – Insel mit vielen Gesichtern



Senkrecht ragen die weißen Riesen aus dem türkisgrünen Meer: Die Kreidefelsen sind fraglos das Wahrzeichen der kleinen Insel Møn im Osten Dänemarks. Ein äußerst wandelbares Wahrzeichen, denn bei Wolken, Sonne, Regen oder Schnee verändern die Steilfelsen ihr Gesicht. Doch Møns Klint ist noch lange nicht die einzige Sehenswürdigkeit der Insel. Hier gibt es kilometerlange Sandstrände, meisterliche historische Kalkmalereien, verwunschene Wäldchen, kulinarische Genüsse, Galerien und Kunsthandwerk jeder Art. Mit ihren 218 Quadratkilometern ist die Urlaubsinsel zudem handlich genug, um ohne viel Autofahren die Highlights an einem Wochenende zu genießen.



Tag 1
Stege ist eines der alten Handelszentren Dänemarks. Das Städtchen hatte seine große Zeit im Mittelalter, verbunden mit dem Heringsreichtum im Öresund, was man den winkeligen Gassen mit ihren typisch dänischen Häusern heute noch ansieht. Am Ende von Steges Hauptstraße Storegade stößt man zudem auf eines von nur zwei erhaltenen Stadttoren in Dänemark, das Mølleporten. Ein Bummel durch Stege sollte einen Besuch von Luffe´s Gård, ein alter Handelshof mit Geschäften, Cafés und einer kleinen Brauerei, beinhalten. Man erreicht den Hof über einen Durchgang von der Storegade aus. Für einen Kaffee oder das Mittagessen empfiehlt sich David´s Café. Hier sitzt man buchstäblich im Glashaus und lässt sich von David Jensin kreierte, dänisch-französische Küche oder selbstgebackenen Kuchen schmecken. Ein paar Schritte weiter können Gourmets in dem kleinen Laden Appetit ausgesuchte Delikatessen von Møn und Südseeland auch zum Mitnehmen erstehen.
Auf dem Weg zu Møns größtem Highlight, den Kreidefelsen, sollte man bei der Kirche von Elmelunde Halt machen, deren weißer Treppengiebelturm schon von weitem sichtbar ist. Die Kirchendecke ist gänzlich bedeckt mit farbenfrohen und phantasievollen Kalkmalereien – naive Darstellungen der biblischen Geschichte, die ein unbekannter Meister im 15. Jahrhundert geschaffen hat.
Die weißen Klippen von Møns Klint zählen zu den großartigsten Naturattraktionen Dänemarks. Von der fast 130 Meter hohen Steilküste führen rund 500 Stufen hinab zum Strand, bei Hochwasser enden sie direkt im Meer. Bei niedrigem Wasserstand kann man bei einem ausgedehnten Spaziergang Fossilien suchen. Zudem lohnt ein Besuch im GeoCenter, dem Geologie- und Naturzentrum, das auf Møns Klint trohnt: 70 Millionen Jahre vom Leben im Kreidemeer bis zur Entstehung der Kreidefelsen sind hier pädagogisch anschaulich nachgezeichnet – selbst ausprobieren und erfahren heißt die Devise. Das Café und Restaurant des Zentrums, das Ammonite, setzt auf ökologisch produzierte und lokale Rohwaren.
Unweit von Møns Klint wartet der Landschaftspark Liselund auf flanierfreudige Gäste: Die weitläufige Anlage wurde im 18. Jahrhundert angelegt und ist eines der schönsten Beispiele englischer Gartenkunst in Dänemark und Skandinavien. Das Reet gedeckte, neoklassizistische Lustschlösschen Liselund Slot ist neben den Kreidefelsen sicher eines der meistfotografierten Motive Møns.
Auf Møn finden sich viele kleine Pensionen und Bed & Breakfasts. Das einzige größere Hotel ist neben dem Liselund Ny Slot das 4-sternige Præstekilde Hotel mit empfehlenswertem Restaurant.



Tag 2
Die Kalkmalereien in der Kirche von Keldby sind ein weiteres Werk des so genannten Elmelunder Meisters – zumindest einen kurzen Besuch sollte man einplanen. Von Keldby aus ist es dann nur ein Katzensprung bis zum Heimatmuseum in Keldbylille (Museumsgården Keldbylille). Auf dem alten Hof aus dem Jahre 1800 scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Melkstube, Waschküche, Hühnerhaus, Torfraum und Maschinenhaus zeigen die Lebensbedingungen der Bauern vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die späten 60er Jahre.
Im Anschluss an die kleine Zeitreise geht es in den „Urwald“ von Møn, den Ulvshale Skov auf der Halbinsel Ulvshale. Diese entstand einst aus aufgespültem Flintgestein von Møns Klint. Das wellige Aussehen des Waldbodens zeugt heute noch von diesen Ablagerungen. Im Frühjahr ist der Naturwald mit einem weißen Teppich aus Buschwindröschen bedeckt. Eine kleine Wanderung kann man bis zum Ulvshale Strand ausdehnen. Er ist einer der besten Badestrände Møns und wer Glück hat, findet hier vielleicht ein Stück Bernstein.
Von der Halbinsel Ulvshale führt ein Damm hinüber auf die Insel Nyord. Sie ist von 400 ha Strandwiesen umgeben, dem wichtigsten Lebensraum für Wasservögel in Ostdänemark. Nyord selbst ist nur 5 Quadratkilometer groß und diente bis 1966 als Lotsenstützpunkt. Das gleichnamige Dorf auf der Insel ist eines der am besten bewahrten in ganz Dänemark – seit 2004 zeigt eine kleine Ausstellung die Lokalgeschichte der Bewohner, „Norboer“ wie sie sich selbst nennen. Der von einem deutschen Paar betriebene Laden & Café Noorbohandelen am Eingang zum Dorf offeriert nicht nur gute Weine und Spirituosen vom Fass sondern auch leckere lokale Spezialitäten wie Møn-Lamm, selbstgebackenes Brot und Kunsthandwerk. Gleich nebenan erzeugt der Nachbar in seinem kleinen Häuschen Naturkosmetik aus Heilkräutern. Das Geld für die erstandenen Dinge legt man einfach in eine Schüssel im provisorischen Verkaufsraum.
Besucher sollten Møn nicht verlassen, ohne die Fanefjord Kirche gesehen zu haben, die vielleicht stimmungsvollste der drei vom Elmelunder Meister ausgeschmückten Kirchen der Insel. Kein überladener Prunk, nur ein ergreifend schlichtes, kunstvoll in gedeckten Rot-, Braun-, Gelb- und Grautönen verziertes Kirchenschiff. 500 Meter südlich der Kirche liegt zudem das mit über 100 Metern längste Hünengrab Dänemarks, Grønsalen oder Grønjægers Høj genannt. Es waren reiche Leute, die hier vor 5000 Jahren in der jüngeren Steinzeit bestattet wurden. Der Sage nach herrschte Grønjæger über diesen Teil Møns, seine Gemahlin hieß Fane – sie gaben dem Grønsund und dem Fanefjord ihre Namen.


Links

www.davids.nu
www.moensklint.dk
www.praestekilde.dk
www.visitvordingborg.dk
www.noorbohandelen.dk
www.museerne.dk

Tipps



 

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