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Schöner Norden

Nördliches Seeland: Museumshighlights und erhabene Schlösser



Seeland ist mit einer Fläche von 7500 Quadratkilometern die größte dänische Insel. Dreh- und Angelpunkt der Region ist natürlich die Hauptstadt Kopenhagen. Einige der größten kulturellen Highlights warten allerdings abseits der Metropole auf den Besucher, eingebettet in eine vom Wasser geprägte, sanfte Landschaft: Das nördliche Seeland wartet mit den imposantesten Schlössern des Landes, berühmten Museen, schönen Stränden und den größten Binnenseen Dänemarks auf.



Tag 1
In Humlebæk, eine halbe Autostunde nördlich von Kopenhagen liegt eines der spannendsten Museen Dänemarks – das Louisiana Museum of Modern Art mit einer Sammlung von über 3.000 Kunstwerken aus der Zeit nach 1945. 1958 wurde das Museum für eine Sammlung moderner dänischer Kunst errichtet und später um europäische und amerikanische Arbeiten von Künstlern wie Pablo Picasso, Andy Warhol, Henry Moore, Yves Klein oder Anselm Kiefer erweitert. Darüber hinaus werden wechselnde Ausstellungen zu einer großen Bandbreite an Themen gezeigt. Ebenso spektakulär wie die gezeigte Kunst sind Lage und Architektur des Museumsgebäudes: Um eine Villa des 19. Jahrhunderts ordnen sich halbkreisförmig von Licht durchflutete Räume an, die beinahe nahtlos in einen Skulpturenpark übergehen. Von hier aus öffnet sich der Blick auf den Öresund, vorbeiziehende Schiffe und die gegenüber liegende schwedische Küste. Mit einem solchen Panorama lässt es sich im Museumscafé nach den vielen, neu gewonnenen Eindrücken auch vortrefflich speisen.
Das zweite, sehr beliebte Museum an der Küste zwischen Kopenhagen und Helsingør, das Karen Blixen Museum, erreicht man von Humlebæk aus in nur 10 Minuten. Wer den Lunch nicht schon im Louisiana Museum eingenommen hat, sollte in dem kleinen Ort Rungstedt Kyst zunächst einmal zur Marina hinunter gehen. Auf der Hafenpromenade mit ihren hübschen Holzhäuschen, zahlreichen Restaurants und Cafés herrscht vor allem im Sommer ein lebhaftes Treiben.
Direkt an der Küstenstraße oberhalb der Marina liegt der Landsitz Rungstedlund, Geburtsort von Karen Blixen und seit 1991 Museum über das Leben und Schaffen der Autorin mit Manuskripten, Fotos und vielen persönlichen Gegenständen. International bekannt wurde Karen Blixen vor allem mit ihrem Roman „Jenseits von Afrika“, in dem sie die ereignisreichen Jahre auf einer Kaffeeplantage in Kenia festhielt. 1931 kehrte Karen Blixen nach Rungstedlund zurück und lebte dort bis zu ihrem Tod 1962.
Das nördliche Seeland ist eine beliebte Urlaubsregion, auch bei den Einheimischen, und so finden sich hier viele gute Unterkünfte. Sehr nobel ist das Skodsborg Kurhotel & Spa mit Gourmet-Restaurant. Viel Freiraum bieten Ferienhäuser von Novasol, die man auch für Miniferien von drei Tagen mieten kann. Ein Tipp für die Übernachtung im Inland ist der Hegnsholt Gutshof mit englischem Landschaftsgarten: Die historischen Arbeitergebäude des Anwesens wurden in ein Bed & Breakfast mit romantisch-dänisch eingerichteten Appartements umgewandelt.

Tag 2
Wer die nord-seeländische Küste verlässt und sich ein wenig ins Landesinnere begibt, stößt rund um den See Esrum auf zwei der imposantesten Schlösser Dänemarks. Südöstlich des Sees liegt das Renaissance-Schloss Fredensborg: In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Frederik IV. als Jagdschloss nach italienischem und französischem Vorbild erbaut, gilt es  als eines der schönsten Beispiele für nordischen Barock. Fredensborg ist auch heute noch im Besitz der dänischen Königsfamilie und zählt zu deren Lieblingsschlössern. Hochzeiten, Geburtstage und andere festliche Anlässe werden hier begangen, Staatsoberhäupter auf Besuch verewigen sich traditionell mit Diamantstift auf einer gläsernen Namenstafel. Die Royals bewohnen Fredensborg im Frühjahr und Herbst, so dass die Innenräume für Touristen nur im Juli zugänglich sind. Der angrenzende Schlosspark ist dagegen ganzjährig geöffnet. Ebenfalls nicht nur zur Hauptsaison ein Highlight ist die große Wachablösung der Soldaten auf dem Schlossplatz um jeweils 12:00 Uhr.
Vom Schloss Fredensborg kann man durch den Schlosspark hindurch bis zum Esrum See spazieren und sich auf der Terrasse des Skipperhuset ein Frokost, eine Art dänischer Brunch, schmecken lassen. Frederik IV. ließ das Skipperhuset einst für die königlichen Boote errichten, heute beherbergt es ein Restaurant & Café mit schönem Blick über den See.
Das wohl schönste Renaissance-Schloss Dänemarks befindet sich rund 10 Kilometer südlich in Hillerød. Christian IV. ließ das Wasserschloss aus rotem Klinker und hellem Sandstein im 17. Jahrhundert errichten, 1859 wurden weite Teile des Schlosses bei einem Großbrand zerstört. Mit Unterstützung des dänischen Industriellen J.C. Jacobsen, Chef der Carlsberg-Brauerei, konnte es allerdings aufwendig restauriert werden und so strahlen die Kupferdächer längst wieder in altem Glanze. Von der Schlosskapelle bis zum Rittersaal sind heute zahlreiche Räume von Schloss Frederiksborg für Besucher geöffnet. An die eindrucksvolle Schlossanlage gliedert sich ein barocker Garten mit Wasserkaskaden an: Rund 65.000 getrimmte Buchsbäumchen bilden hier symmetrische Muster und die Monogramme der bisherigen Monarchen. Sogar Wein wächst in dem paradiesisch anmutenden Garten!