Left navigation


Die Unternehmensgeschichte von Scandlines

Scandlines heute ist das Ergebnis von mehr als einem Jahrhundert enger Zusammenarbeit über die deutsch-dänische Grenze hinweg. Diese nahm mit der Eröffnung der ersten Eisenbahnfährverbindung zwischen Warnemünde und Gedser 1903 ihren Anfang und dauert bis heute an – in dieser Form weltweit einzigartig.



Die Geschichte von Scandlines reicht aber eigentlich bis in das Jahr 1872 zurück, als die dänische Bahngesellschaft DSB eine Fährlinie zwischen Fünen und Jütland einrichtete.

1883 wurde eine Bahnverbindung über den Großen Belt aufgebaut, die 1957 von einer Autofährenverbindung abgelöst wurde.

 
Die „Dronning Ingrid“ befuhr den Großen Belt 



Mit dem Bau der Brücke über den Großen Belt, die heute Ost- und Westdänemark verbindet, verschwand das strategische Interesse der dänischen Regierung an einem Fährbetrieb. Die Reederei wurde deshalb bereits 1995 als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen DSB Rederi A/S aus der DSB ausgegliedert. Das dänische Transportministerium war alleiniger Gesellschafter. 1997 wurde die DSB Rederi A/S in Scandlines Danmark A/S umbenannt.


Die Geschichte der Fähraktivitäten der deutschen Bahngesellschaften reicht bis in das Jahr 1903 zurück, als die erste Eisenbahnfährverbindung zwischen Warnemünde (Deutschland) und Gedser (Dänemark) eröffnet wurde. 
 


Die „Prinsesse Alexandrine“ verkehrte von 1903 bis 1933 zwischen Warnemünde und Gedser (Foto: Arkiv Dansk Færgehistorisk Selskab)


1909 folgte der erste Eisenbahnfährbetrieb zwischen Deutschland und Schweden, die “Königslinie” zwischen Sassnitz (Deutschland) und Trelleborg (Schweden).
 

Mit der Eröffnung der „Vogelfluglinie“, einer Fährverbindung zwischen Puttgarden (Insel Fehmarn) und Rødby (Insel Lolland) wurde die Kooperation zwischen den beiden Fährgesellschaften in Deutschland und Dänemark im Jahre 1963 weiter vertieft.

https://www.scandlines.dk/-/media/scandlines/scandlinescom/images/om-scandlines/kongfrederik1963.ashx?h=95&w=180&la=da&hash=B86BE744315744BFE611BEC81C78D0B42CE91BD9
Die „Kong Frederik“ weihte 1963 die Vogelfluglinie 1963 ein (Foto: Scanpix)


Die Scandlines Deutschland GmbH (ehemalige DFO) wurde 1993 im Zuge der Zusammenführung der ehemaligen ost- und westdeutschen Bahnunternehmen – Deutsche Reichsbahn und Deutsche Bundesbahn – als privatrechtliche Gesellschaft gegründet.

Die neue Reederei, deren Eigentümer die Deutschen Bahn AG war, baute kontinuierlich ihre bestehenden Linien aus und intensivierte die Zusammenarbeit mit ihren langjährigen Partnerreedereien, der dänischen Scandlines Danmark A/S und der schwedischen Scandlines A/B.


Die Vogelfluglinie wurde seit ihrer Eröffnung 1963 kontinuierlich erweitert. 1997 wurden beispielsweise insgesamt rund 250 Millionen Euro in die vollständige Modernisierung der Hafenanlagen sowie in den Bau von vier modernen, baugleichen Doppelendfähren investiert.

1998 dann fusionierten die ehemaligen Partnerreedereien DFO und Scandlines Danmark A/S zur Scandlines AG. Diese Fusion vertiefte die fast ein Jahrhundert währende Zusammenarbeit zwischen den deutschen und dänischen Bahnen und deren Nachfolgegesellschaften.
Zwei Partner, die trotz zweier Weltkriege und einer 40-jährigen Teilung Deutschlands immer partnerschaftlich zusammengearbeitet hatten, waren nun in einer Gesellschaft vereint.


https://www.scandlines.dk/-/media/scandlines/scandlinescom/images/om-scandlines/dfofahne.ashx?h=221&w=180&la=da&hash=B76F86929661C6BF5FBBAC749BCCEA74A06DCD1D
Die deutsche Reederei DFO wurde 1998 mit der Scandlines Danmark A/S zusammengelegt


In den darauffolgenden Jahren baute Scandlines das internationale Routennetz kontinuierlich aus, zum Beispiel durch die Eröffnung neuer Fährverbindungen in die Baltischen Staaten und nach Finnland.

Nach fast zehn Jahren entschieden sich die zwei Eigentümer, die Deutsche Bahn AG und das dänische Transport- und Energieministerium, ihre Anteile am Unternehmen zu verkaufen. Ende August 2007 wurde ein Konsortium bestehend aus der 3i Group und Allianz Capital Partners GmbH (je 40% der Anteile) und die Deutsche Seereederei (20% der Anteile) neuer Eigentümer einer der führenden Fährgesellschaften Europas. Das Unternehmen wurde anschließend in die Scandlines GmbH umgewandelt.

Ende des Jahres 2010 verkaufte die Deutsche Seereederei GmbH ihre Anteile an 3i und Allianz, die jeweils einen Anteil von 50% an der Scandlines-Gruppe besaßen. Im Dezember 2013 erwarb 3i den Anteil von Allianz und ist jetzt alleiniger Eigentümer von Scandlines.

Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung verkaufte Scandlines im Jahr 2012 die frachtbasierten Routen zwischen Deutschland und Schweden sowie die Frachtrouten in das Baltikum und nach Finnland.




Die „Schleswig-Holstein“ auf der Route Puttgarden-Rødby


Im Januar 2015 einigten sich Scandlines und Stena über den Verkauf der bislang partnerschaftlich betriebenen Route Helsingør–Helsingborg zwischen Dänemark und Schweden. Damit betreibt Scandlines nun die beiden Verkehrsmaschinen Rostock-Gedser und Puttgarden-Rødby zwischen Deutschland und Dänemark.

Seitdem kann sich Scandlines ganz das Kerngeschäft konzentrieren: hochfrequenter und zuverlässiger Transportservice für Frachtkunden und Passagiere.

Im Zuge der grünen Agenda „Von Hybrid zu emissionsfreien Fähren“ wurde das Fährschiff „Prinsesse Benedikte“ auf der Strecke Puttgarden-Rødby 2013 zu einer Hybridfähre umgerüstet. 2014 folgten dann die restlichen drei auf der Strecke verkehrenden Schiffe. Das Konzept einer Hybridfähre lässt sich am besten mit einem Toyota Prius auf dem Wasser vergleichen: Die Fähren werden von einem Hybridsystem angetrieben, das traditionellen Dieselantrieb mit elektrischem Batterieantrieb kombiniert. Dadurch können bis zu 15 % der CO₂-Emissionen eingespart werden. Gleichzeitig wurden alle Fähren mit einem Abgaswäscher („Scrubber“) ausgestattet, der den Ausstoß von Schwefel und Feinstaub um über 90 % reduziert.



Die moderne Hybridfähre „Prins Richard“ auf der Vogelfluglinie


Parallel dazu wurden für die Strecke Rostock-Gedser zwei weitere, völlig neuartige Hybridfähren konzipiert, die „Berlin“ und die „Copenhagen“. Die beiden weltgrößten Hybridfähren verkehren seit 2016. So konnte nicht nur der Energieverbrauch deutlich reduziert werden – gleichzeitig verdoppelte Scandlines die Kapazitäten auf dieser Route.


Die „Berlin“ auf dem Weg von Rostock nach Gedser (Foto: Siemens)


Mehr über die weltgrößten Hybridfähren erfahren Sie hier.