Wenn man an Skandinaviens Speisen denkt, kommt einem der Geschmack von frisch zubereitetem Fisch, schmackhaftem Smørrebrød (dt. „Butterbrot“) und mit Preiselbeeren geschmückter Köttbullar in den Mund. Doch Skandinavien überzeugt nicht nur mit seinen Spezialitäten, sondern in erster Linie mit der nachhaltigen grünen Küche. Ob mit regionalen, saisonalen oder biologisch angebauten Produkten, die nordische Küche bietet ihren hungrigen Gästen ein nachhaltiges Geschmackserlebnis.

Umweltschonende skandinavische Kulinarik

Sowohl Schweden als auch Dänemark legen großen Wert auf die Nachhaltigkeit ihrer Nahrung. Dänemark gilt bereits heute als weltweit größter Produzent von Organic Food und verfolgt das Ziel, sein Klimafußabdruck bis 2030 um 70 Prozent zu reduzieren. Das Land hat offizielle Ernährungsrichtlinien eingeführt, welche zur abwechslungsreichen grünen Ernährung auffordern. Infolgedessen stehen Obst, Gemüse, Fisch, Hülsen- und Vollkornprodukte auf dänischen Einkaufslisten an erster Stelle. Ebenso unterstützt der dänische Verband Fra Grums til Gourmet das nachhaltige Image des Landes. Die Organisation verwendet benutzten Kaffeesatz aus Cafés, indem sie ihn als Düngemittel für den Anbau von Pilzen nutzt.

Auch Schweden trägt mit seiner Lagom – so wird die bewusste, balancierte Esskultur in Schweden bezeichnet – zu Skandinaviens nachhaltigem Ruf bei. Mit der National Food Strategy erfolgte in Schweden im Jahr 2016 die Umstellung auf faire Arbeitsbedingungen und Lebensmittel aus regionalem biologischem Anbau. Zudem überzeugt das Land mit seiner umweltbewussten Landwirtschaft und verwendet weltweit am wenigsten Antibiotika in der Fleischindustrie.

Regionale Küche für den nachhaltigen Urlaub

Ebenso bewusst gestaltet Skandinavien den Urlaub für alle Liebhaber des Nordens. Die nordeuropäische Küche stellt die Nachhaltigkeit ihrer Waren an erste Stelle und garantiert somit ein kulinarisches Erlebnis aus organischen und regionalen Produkten. Wer während seines Besuchs Hunger bekommt, dem steht eine große Auswahl an traditionellen Restaurants zur Verfügung. Eine leckere Mahlzeit in Schweden bietet das charmante Restaurant Far i Hatten, wo man nicht nur die hausgemachte Pizza, sondern auch selbst angebautes Obst und Gemüse genießen kann. Denn das Lokal benutzt hauptsächlich Produkte, die auf dem eigenen mit Gras bewachsenem Dach angebaut werden. Eine besondere Alternative bietet das Restaurant des Fotomuseums Fotografiska, das nach dem Zero-Waste-Konzept kocht und jeden Bestandteil der Produkte aufbraucht. So werden unter anderem nicht nur die Gemüse selber, sondern auch ihre Wurzeln verbraucht.

Zudem findet man sogenannte „Farm-to-Table-Restaurants“ wie Farm im Herzen Stockholms, das mit einer regionalen Farm kooperiert und Fleisch nur von Tieren bezieht, die mit Bio-Abfall gefüttert werden. Ebenfalls in Stockholm überzeugt das Rosendals Trädgårdskafé auf Djurgården seine Gäste mit seinen Gerichten aus zum Großteil selbst angebauten Zutaten. Außerdem verwendet das Restaurant ausschließlich Rohwaren aus dem Fairen Handel.

Wer sich nicht zwischen einem Urlaub am Land und einem Städtetrip entscheiden möchte, für den ist Kopenhagen die perfekte Destination. Denn Dänemarks Hauptstadt lockt mit Großstadtfeeling zwischen den Häusern und der ländlichen Atmosphäre auf den mit Gras bewachsenen Dächern. Im Viertel Østerbro findet man auf vielen Hausdächern Farmen mit Hühnerställen, Bienenstöcken, Gewächshäusern und Beeten. Das Gro Spiseri Restaurant bringt das ländliche Flair direkt in die Großstadt. Das Restaurant befindet sich in einem Gewächshaus, wo Gäste das angebaute direkt vor Ort verzehren können.

Das nachhaltige Urlaubserlebnis kommt auch in den Hotels nicht zu kurz. Das Hotel Scandic Aarhus City in Dänemark beherbergt nicht nur Reisende, sondern beheimatet mehrere Bienenstöcke, welche sich unter den Dächern des Hotels befinden. So wird das Frühstück zu einem „hausgemachten“ honigsüßen Erlebnis.

Nachhaltiges Einkaufserlebnis

Wer die skandinavische Küche mit nach Hause nehmen und die perfekte Bio-Mahlzeit selber kreieren möchte, dem stellen die nordischen Länder eine große Auswahl an Märkten mit regionalen Bioprodukten zur Verfügung. In Städten findet man allerdings kaum explizite Biomärkte. Denn Bioprodukte gehören hier zur alltäglichen Ernährung und werden in gewöhnlichen Supermärkten verkauft. Zudem gibt es vielerlei verpackungsfreie Märkte, wodurch Plastikmüll vermieden wird. Die umweltbewussten Bürgerinnen und Bürger bringen ihre eigenen Behälter mit und gestalten bereits ihren Einkauf müllfrei. Seit 2020 steht in Schweden der weltweit erste klimaneutrale Lidl für naturbewusste Einkaufsgäste. Die Klimaneutralität seiner Produkte stellt der Discounter unter anderem durch die Kompensation von Treibhausgasemissionen sicher. Zudem setzt er sich für verschiedene Klimaprojekte wie Aufforstung und Solarenergie ein.

Nachhaltig und individuell anreisen

Wer seinen nachhaltigen Genussurlaub in Schweden oder Dänemark verbringen möchte, kann bereits aus Deutschland entspannt und umweltfreundlich anreisen, ohne auf gutes Essen verzichten zu müssen: Das deutsch-dänische Fährunternehmen Scandlines serviert an Bord auf dem Weg nach Gedser und Rødby in der Scandlines Kitchen, dem Scandlines Food Express und dem Scandlines Coffee leckere Frühstücks- und Mittagsgerichte sowie vielerlei Snacks. Gleichzeitig legt das Unternehmen großen Wert auf Nachhaltigkeit.

Wo immer es möglich ist, will Scandlines in den Küchen zu nachhaltig erzeugten Lebensmitteln wechseln. „In den meisten Bereichen ist dies möglich, jedoch muss es auch wirtschaftlich sein“, so Stine Brændeskov, Commercial Manager Food & Beverage Concepts. So könnte sowohl nachhaltiger Fisch als auch Bio-Gemüse einen positiven Effekt auf die CO²-Bilanz haben. Manchmal lohne es sich auch, einfach einmal nachzufragen, wie eine Ware produziert wird oder woher sie kommt.

„Wir verbrauchen in einem normalen Jahr ungefähr 18 Tonnen Krabben in unseren Küchen. Als wir den Produzenten gefragt haben aus welchen Quellen sie stammen, fanden wir heraus, dass sie aus nachweislich nachhaltiger Fischerei stammen und das MSC-Siegel tragen. Da der Produzent dies nicht ausgewiesen hatte, wussten wir es nicht“, erzählt Stine Brændeskov. Aufgrund dieser positiven Erfahrung kontaktieren Stine Brændeskov und ihr Team nun auch andere Produzenten um herauszufinden, aus welchen Quellen die anderen verwendeten Waren stammen. Sollten diese nicht nachweislich nachhaltig sein, ermittelt das Kollegium, ob es eine ähnliche, jedoch nachhaltig produzierte Ware zum gleichen Preis gibt.

Zusätzlich reduziert Scandlines die Lebensmittelverschwendung, indem einzelne Portionen auf Bestellung serviert werden, kleinere Mengen an Speisen auf dem Buffet angeboten werden und weniger Gerichte zur Auswahl stehen. Außerdem wird die Menge der entsorgten Lebensmittel analysiert. All das wirkt sich positiv auf die Menge der zubereiteten Speisen aus. Auch wird auf allen Schiffen sowie in den Büros der Müll getrennt und die Begrünung des Hafengeländes Puttgarden vorangetrieben, bspw. mit der Umgestaltung einer hektargroßen Rasenfläche zu einer abwechslungsreichen Wildblumenwiese.